Impuls September 2022

Herr, es ist Zeit, der Sommer war sehr groß –

so beginnt eines meiner Lieblingsgedichte.

Herr, es ist Zeit:
Zeit für ein Innehalten nach einem endlos langen Sommer, in dem man sich wieder fast frei bewegen konnte;
Zeit, sich auf die dunklere Jahreszeit vorzubereiten;
Zeit, sich mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen, die uns wahrscheinlich bald noch deutlicher treffen werden;
Zeit, sich mit der schwindenden Gewissheit auseinanderzusetzen, dass unser Leben so weitergehen kann wie bisher.
Wenn es um den Wandel der Zeiten geht, denkt man sofort an das Buch Kohelet. In Kapitel 3 heißt es:
„Jegliches hat seine Zeit und alles unter dem Himmel hat seine Stunde“. Uralte Verse und doch hochaktuell.
Vieles mag im Wandel sein – aber wir haben die Wahl, wie wir damit umgehen. Wir haben die Gelegenheit, uns und unsere christlichen Werte guten Mutes aktiv einzubringen und so den Wandel der Zeit nicht nur zu akzeptieren, sondern wenigstens etwas mitzugestalten.
Über allen Sorgen sollten wir nicht das Ende des Liedes von der Zeit im Buch Kohelet vergessen. Dort heißt es:
Auch dass jeglicher Mensch isst und trinkt und es sich wohl sein lässt trotz all seiner Mühe, ist eine Gabe von Gott.

Brigitte Müller